WERKBLATT - 1984 bis 2019

Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik


35 Jahre unkonventionelle Nachrichten jenseits institutionalisierter Psychoanalyse.

Herausgeber:  Albert Ellensohn & Karl Fallend 

 

(siehe auch: www.werkblatt.at) 

  • als Klinik sowohl im klassischen als auch erweiterten Setting
  • als gesellschaftskritische Sozialforschung, die auch politisch Stellung nimmt
  • als entmythologisierende Spurensuche in der Geschichte der Psychoanalyse
  • als angewandter Kulturvergleich im Austausch mit PsychoanalytikerInnen anderer Länder
  • als ätzend bis witzige Karikatur psychoanalytischer Alltagskultur

Werkblatt Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik

Geschichte

Die Lehrtätigkeit des Psychoanalytikers Igor A. Caruso am Institut für Psychologie der Universität Salzburg bewog viele sozialkritisch denkende Studentinnen und Studenten aus ganz Österreich dazu, in Salzburg Psychologie zu studieren. Carusos Emeritierung führte zu einem universitären Konflikt zwischen Lehrenden und Studierenden um die Nachfolge seiner Professur, in dem Letztere wiederum einen Psychoanalytiker als Nachfolger Carusos haben wollten. Im Zuge dieser Auseinandersetzung begann die damalige "Institutsgruppe Psychologie" ab 1978 ein eigenes regelmäßiges alternatives Veranstaltungsprogramm mit Psychoanalytikern und Sozialwissenschaftlern durchzuführen.

 

Nachdem die Professur 1981 mit einem erklärten Psychoanalysegegner nachbesetzt worden war, kam es 1983 zur Gründung der "Werkstatt für Gesellschafts- und Psychoanalyse". In den ersten Jahren war diese "Werkstatt" in erster Linie ein Forum für die "heimatlos" gewordenen Studierenden, deren Interesse an gesellschaftskritischer Psychoanalyse an der Universität keinen Boden mehr fand und wurde so für viele zur eigentlichen Ausbildungsstätte.

Um die Ergebnisse dieser Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde schließlich 1984 das "Werkblatt - Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik" gegründet.

Bedingt durch Studienabschluß und Berufseinstieg entstand schon sehr bald das Bedürfnis nach fundierter psychoanalytischer Ausbildung, nicht nur als Theorie und Kulturkritik, sondern auch in ihrer klinischen und sozialforscherischen Anwendung.

 

Ab 1985 wurde eine autonom organisierte klinische Ausbildung, unabhängig von der lokalen etablierten Institution durchgeführt. Im Jahr 1986 kam es zur Gründung einer psychoanalytischen Sexualberatungsstelle, die heute zu einer anerkannten psychosozialen Einrichtung in Salzburg geworden ist. Eine durch das Inkraftreten des österr. Psychotherapiegesetzes notwendig gewordene staatliche Anerkennung der Ausbildung war schließlich nicht mehr mit den Risiken der damit verbundenen Institutionalisierungsprozesse vereinbar.

 

Die darauf folgende zunehmende Verlagerung der Interessen vieler Mitglieder führte schließlich Ende 1997 zur Auflösung des Vereins. Die umfangreiche Bibliothek wurde von der Sexualberatungsstelle übernommen und kann dort nun als Bibliothek für Psychoanalyse und Sexualforschung benutzt werden.